Trauer@ktiv ist ein kostenfreies, computergestütztes, interaktives und leicht verständliches Selbsthilfeprogramm für Menschen ab dem 60. Lebensjahr, die vor mehr als sechs Monaten eine nahestehende Person verloren haben.
Trauer@ktiv wurde am Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig unter der Leitung von Frau Professor Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller, MPH, und Dr. Janine Stein entwickelt.
Viele Menschen erleben in den ersten Monaten nach einem Verlust intensive und belastende Gefühle. Es fällt ihnen zunächst schwer, wieder ins Leben zurückzufinden. Die Anpassung an diesen Verlust und die damit einhergehende existenzielle Veränderung nennt sich Trauer. Trauer ist eine normale Bewältigungsreaktion auf einen einschneidenden Verlust, bei welchem der Hinterbliebene lernt, mit dem Verlust umzugehen und eine zunehmende Anpassung an die veränderte Lebensrealität erfolgt. Dabei ist der Trauerprozess von Person zu Person verschieden. Es gibt Menschen, die einen solchen Verlust alleine bewältigen. Andere benötigen Unterstützung, vor allem, wenn die belastenden Gefühle für eine lange Zeit nach dem Verlust bestehen bleiben und die Bewältigung der alltäglichen Aufgaben erschwert ist. Für Menschen ab dem 60. Lebensjahr ist der Verlust einer nahestehenden Person oft mit besonderen Belastungen verknüpft. Zum Beispiel, wenn der Verlust einen langjährigen Lebenspartner betrifft. Diese besonderen Belastungen können die Anpassung an den Verlust zusätzlich erschweren. Das Programm trauer@ktiv richtet sich an diesen Betroffenenkreis und möchte im Sinne eines Wegbegleiters bei der Trauerbewältigung unterstützen.
Das internetbasierte Selbsthilfeprogramm trauer@ktiv beruht auf kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätzen. Diese arbeiten an den Symptomen, Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen, die im Rahmen von anhaltender Trauer auftreten. Studien haben gezeigt, dass computergestützte kognitive Verhaltenstherapie (cCBT) in der Behandlung von Depressionen und Angststörungen wirksam ist und auch großes Potenzial für die Behandlung weiterer psychischer Beschwerden bietet. Trauer@ktiv besteht aus acht aufeinander aufbauenden Kapiteln: 1) Abschied und Trauer, 2) Raum für Erinnerungen, 3) Denken und Fühlen, 4) Hilfreiche Gedanken aufbauen, 5) Hilfen im Alltag, 6) Trauer und Vermeidung, 7) Beziehung neu gestalten, 8) Abschied und Weiterleben sowie weiteren hilfreichen Informationen rund um das Thema Trauerbewältigung (Umgang mit Jahrestagen, Trauerrituale, Hinweise für Angehörige, Glaube und Spiritualität). Diese enthalten neben Informationen auch Übungen und können nacheinander in selbst gewählter Geschwindigkeit und Intensität bearbeitet werden.
Trauer@ktiv ist ein Selbsthilfeprogramm, das durch Informationen und Übungen bei der Trauerbewältigung unterstützen soll, indem Sie Ihr Wissen und Ihre Fertigkeiten weiterentwickeln. Das Programm stellt keinen Ersatz für die Diagnose und Behandlung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten dar. Häufig können mit langanhaltender Trauer auch andere psychische und physische Beschwerden oder Erkrankungen einhergehen, wie bspw. Depressionen, Angst- und Schlafstörungen, Schmerzen. Sollte dies der Fall sein oder Sie generell eine Verschlechterung Ihres Befindens feststellen, konsultieren Sie in jedem Fall einen qualifizierten Allgemein- oder Facharzt und/oder Psychotherapeuten.
Wie lange jemand braucht, um ein Kapitel durchzugehen, kann ganz unterschiedlich sein. Der Eine nimmt sich viel Zeit oder braucht immer mal wieder Pausen zwischendurch. Jemand anderes liest sich ein Kapitel vielleicht in einem Zug durch. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie für ein Kapitel brauchen. Sie können auch zu jeder Zeit eine Pause einlegen und zu einem späteren Zeitpunkt weiter arbeiten. Ihr Fortschritt im Programm wird immer gespeichert. Wir empfehlen Ihnen, ein Kapitel pro Woche durchzulesen. Trauer@ktiv ist jedoch grundsätzlich flexibel nutzbar. Sie selbst entscheiden, wann und wie Sie die Kapitel von trauer@ktiv nutzen möchten. Letztlich geht es darum, dass Sie Ihr eigenes Tempo finden.
Alle Angaben und Informationen werden streng vertraulich behandelt. Angaben, die Sie im Programm trauer@ktiv vornehmen, sind allein Ihnen zugänglich. Die Betreiber des Programms trauer@ktiv sind per Gesetz zur Wahrung der Vertraulichkeit sämtlicher Daten verpflichtet und erfüllen die Datenschutzregelungen der EU. Die Erfassung und Verarbeitung personenbezogener Daten von Nutzern erfolgt unter Berücksichtigung des geltenden Datenschutzrechtes. Nähere Informationen zu den Datenschutzvereinbarungen finden Sie unter der Rubrik Datenschutz.
Die Teilnahme an dem Programm ist für Sie kostenlos. Das Programm wird im Rahmen eines Studienprojekts des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) an der Universität Leipzig durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Um trauer@ktiv nutzen zu können, benötigen Sie eine aufrechte Internetverbindung, ein aktiviertes JavaScript, sowie einen modernen Webbrowser (ab Internet Explorer 10, Firefox ab 60.0, Google Chrome ab 69.0).
Das internetbasierte Selbsthilfeprogramm trauer@ktiv ist speziell an die Bedürfnisse und Anforderungen für Menschen ab 60+ angepasst und zeichnet sich durch eine benutzerfreundliche Gestaltung und Navigation aus, die vor allem auf eine übersichtliche und klare Struktur Wert legt (Gliederung der Seiteninhalte, Lesefreundlichkeit der Texte, Benutzerführung durch Navigationselemente, Lupenfunktion, Vorlesefunktion). Viel Erfahrung mit dem Benutzen des Internets sowie ein umfassendes technisches Verständnis sind daher keine zwingenden Voraussetzungen für die Nutzung von trauer@ktiv.
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